Shilajit Nebenwirkungen: Was bekannt ist und wer vorsichtig sein sollte

Shilajit Nebenwirkungen: Was bekannt ist und wer vorsichtig sein sollte

In einigen klinischen Studien mit gereinigtem Shilajit wurden über mehrere Wochen bis Monate keine schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet. Als mögliche Beschwerden werden unter anderem Übelkeit, weicher Stuhl oder Durchfall genannt. Das bedeutet jedoch nicht, dass Shilajit für jeden unbedenklich ist. Weitere Sicherheitsfragen betreffen mögliche Verunreinigungen mit Schwermetallen, bestimmte Vorerkrankungen und mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten. Für eine langfristige Einnahme ist die Datenlage bislang unzureichend.

Welche Nebenwirkungen kann Shilajit haben?

Als mögliche Beschwerden werden Übelkeit, weicher Stuhl oder Durchfall, Bauchkrämpfe und Blähungen genannt. Auch Schwindel oder Müdigkeit werden im Zusammenhang mit der Einnahme beschrieben.

Auch allergische Reaktionen können nicht ausgeschlossen werden. Dazu können Hautausschlag, Juckreiz oder Schwellungen gehören. Wer solche Beschwerden bemerkt, sollte die Einnahme beenden und ärztlich abklären lassen, woher sie kommen.

Wie häufig solche Beschwerden tatsächlich auftreten, lässt sich nicht zuverlässig sagen. Große klinische Studien mit systematischer Erfassung von Nebenwirkungen fehlen bislang. Im Einzelfall ist außerdem schwer zu unterscheiden, ob eine Beschwerde vom Shilajit selbst oder von einer möglichen Verunreinigung des Präparats stammt.

Was zeigen Studien am Menschen?

Die verfügbaren klinischen Daten stammen aus wenigen Studien mit gereinigtem Shilajit und umfassen vor allem Zeiträume von mehreren Wochen bis wenigen Monaten. In einer 90-tägigen randomisierten Studie wurden bei der Einnahme von gereinigtem Shilajit keine schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet.

Die Aussagekraft dieser Ergebnisse ist jedoch begrenzt. Die Zahl der Teilnehmer war überschaubar, und die Studien untersuchten jeweils bestimmte gereinigte Shilajit-Präparate. Nebenwirkungen standen zudem meist nicht im Mittelpunkt der Untersuchungen und wurden daher nicht immer mit der gleichen Ausführlichkeit erfasst. Für eine langfristige Einnahme über mehrere Jahre ist die Datenlage unzureichend.

Aus den bisherigen Studien lässt sich deshalb nur ableiten, dass bestimmte gereinigte Shilajit-Präparate in den untersuchten Zeiträumen gut vertragen wurden. Das lässt sich nicht automatisch auf andere Präparate, eine dauerhafte Einnahme oder Menschen mit Vorerkrankungen übertragen. Welche gesundheitlichen Effekte in den Studien untersucht wurden, steht im Beitrag zur [Shilajit Wirkung].

Schwermetalle: ein wichtiges Risiko bei Shilajit

Shilajit kann je nach Herkunft unterschiedliche Mengen an Metallen enthalten. Untersuchungen haben unter anderem Blei, Quecksilber und andere potenziell toxische Elemente nachgewiesen. Eine aktuelle Analyse von Shilajit-Proben aus unterschiedlichen Regionen zeigte zudem deutliche Unterschiede in der Metallzusammensetzung.

Besondere Aufmerksamkeit gilt Thallium. Eine 2025 veröffentlichte Untersuchung wies das Schwermetall sowohl in natürlichem Shilajit als auch in untersuchten Shilajit-Nahrungsergänzungsmitteln nach. Bei einigen Präparaten lag die gemessene Konzentration sogar über derjenigen der untersuchten Rohproben. Die Autoren sehen darin einen möglichen Grund zur Vorsicht bei einer langfristigen Einnahme.

Auch die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass ayurvedische Nahrungsergänzungsmittel mit giftigen Schwermetallen wie Blei, Quecksilber und Arsen belastet sein können. Für Nahrungsergänzungsmittel gelten in der EU Höchstgehalte für bestimmte Schwermetalle.

Eine Belastung mit Schwermetallen kann verschiedene Beschwerden verursachen. Genannt werden unter anderem Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit und körperliche Schwäche. Bei anhaltenden Beschwerden nach der Einnahme eines solchen Präparats empfiehlt die Verbraucherzentrale, die Einnahme zu beenden und ärztlichen Rat einzuholen.

Reduziert die Reinigung die Risiken?

Durch die Reinigung können unerwünschte Bestandteile aus rohem Shilajit entfernt oder reduziert werden. Sie bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jede mögliche Verunreinigung ausgeschlossen ist.

Das zeigt auch eine Untersuchung aus dem Jahr 2025: Die Forschenden fanden Thallium sowohl in natürlichem Shilajit als auch in untersuchten Shilajit-Nahrungsergänzungsmitteln. Bei einigen Präparaten wurden sogar höhere Konzentrationen gemessen als in den untersuchten Rohproben.

Auch die Zusammensetzung von Shilajit ist nicht einheitlich. Eine aktuelle Analyse verschiedener Proben zeigte Unterschiede bei den enthaltenen Elementen, abhängig von der geografischen Herkunft.

Deshalb lässt sich aus der Bezeichnung „gereinigt“ allein nicht ableiten, dass Shilajit frei von möglichen Verunreinigungen ist. Auch für gereinigte Präparate fehlen ausreichende Daten zur langfristigen Sicherheit.

Wer sollte kein Shilajit einnehmen?

Für einige Personengruppen fehlen ausreichende Daten zur Sicherheit von Shilajit. Dazu gehören insbesondere Schwangere und Stillende. Es ist nicht bekannt, ob Shilajit die Schwangerschaft oder den Fötus beeinflussen kann oder ob Bestandteile in die Muttermilch übergehen. Deshalb sollte die Einnahme in dieser Zeit vorher ärztlich abgeklärt werden.

Auch Kinder sollten Shilajit nicht ohne ärztliche Rücksprache einnehmen, da ausreichende klinische Sicherheitsdaten für diese Altersgruppe fehlen. Bei Nieren- oder Lebererkrankungen ist ebenfalls Vorsicht angebracht, weil die vorhandenen Daten keine zuverlässige Aussage zur Sicherheit bei diesen Vorerkrankungen erlauben.

Auch Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten die Einnahme vorher mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Apothekerin beziehungsweise einem Apotheker besprechen.

Für Frauen lässt sich nicht belegen, dass Shilajit grundsätzlich andere Nebenwirkungen verursacht als bei Männern. Es gibt zwar klinische Studien mit Frauen, darunter Untersuchungen bei postmenopausalen Frauen, die Ergebnisse beziehen sich jedoch jeweils auf bestimmte Personengruppen und Präparate. Daraus lässt sich keine allgemeine Aussage zur Sicherheit für alle Frauen ableiten.

Welche Wechselwirkungen mit Medikamenten sind möglich?

Die möglichen Wechselwirkungen zwischen Shilajit und Medikamenten sind bislang nicht ausreichend untersucht. Besonders relevant ist die Kombination mit Medikamenten gegen Diabetes. Shilajit kann den Blutzucker beeinflussen, und in Tierstudien verstärkte es die blutzuckersenkende Wirkung von Metformin und Glibenclamid. Ob dieser Effekt in gleicher Weise beim Menschen auftritt, ist bisher nicht ausreichend geklärt.

Auch bei anderen Medikamenten werden Wechselwirkungen diskutiert. Die verfügbaren Daten reichen jedoch nicht aus, um eine klinisch relevante Wechselwirkung zuverlässig zu bestätigen. Hinweise stammen teilweise aus Labor- oder Tieruntersuchungen und lassen sich nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen.

Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte Shilajit deshalb vor der Einnahme ärztlich oder in der Apotheke abklären. Das gilt besonders bei Diabetesmedikamenten sowie bei Arzneimitteln, deren Wirkung regelmäßig kontrolliert werden muss.

Wann ist ärztlicher Rat sinnvoll?

Wer Medikamente einnimmt, an einer chronischen Erkrankung leidet oder zu einer Personengruppe mit unklarer Sicherheitslage gehört, sollte die Einnahme von Shilajit vorher ärztlich abklären. Das gilt insbesondere bei Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern sowie bei Erkrankungen der Nieren oder Leber.

Auch wenn nach der Einnahme anhaltende oder ungewöhnliche Beschwerden auftreten, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Bei möglichen Anzeichen einer allergischen Reaktion oder einer Schwermetallbelastung sollte die Einnahme beendet und die Beschwerden medizinisch abgeklärt werden.

FAQ: Ab welchem Alter ist Shilajit geeignet?

Für Kinder und Jugendliche gibt es nicht genügend klinische Daten, um eine sichere Anwendung von Shilajit zuverlässig zu beurteilen. Deshalb lässt sich kein allgemein gültiges Mindestalter ableiten. Bei Kindern sollte Shilajit nicht ohne ärztliche Rücksprache eingesetzt werden. Auch für Schwangere und Stillende fehlen ausreichende Sicherheitsdaten.

Kann Shilajit die Schilddrüse beeinflussen?

Eine direkte Wirkung von Shilajit auf die Schilddrüse ist bisher nicht ausreichend untersucht. Es gibt daher keine verlässliche Grundlage für die Aussage, dass Shilajit eine Schilddrüsenunterfunktion oder andere Schilddrüsenerkrankungen behandelt oder verschlechtert. Wer Schilddrüsenmedikamente einnimmt, sollte die Verwendung von Shilajit vorher ärztlich abklären, da Wechselwirkungen mit Medikamenten insgesamt noch nicht ausreichend untersucht sind.

Hat Shilajit bei Frauen andere Nebenwirkungen?

Es gibt keine ausreichenden Belege dafür, dass Shilajit bei Frauen grundsätzlich andere Nebenwirkungen verursacht als bei Männern. Klinische Studien wurden auch mit Frauen durchgeführt, unter anderem mit gesunden erwachsenen Frauen und postmenopausalen Frauen. In diesen Untersuchungen wurden über die jeweiligen Studienzeiträume keine schwerwiegenden Sicherheitsprobleme berichtet. Die Ergebnisse beziehen sich jedoch auf bestimmte Präparate und Personengruppen und lassen sich nicht auf alle Frauen übertragen.

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